Dienstag, 1. August 2017

Filmmeinung: A Cure For Wellness (2016)

A Cure For Wellness


Dauer: 146  Minuten
FSK: 16
Meine Bewertung: 


Handlung: Ein scheinbar idyllisches Sanatorium in der Schweiz, aber auch ein Ort des Grauens ... Als der ehrgeizige junge Unternehmer Lockhart mit einer Reise nach Europa beauftragt wird, um seinen Vorsitzenden aufgrund finazieller Krisen zurückzuholen, wird er nach einem Unfall selbst in das abgelegene und luxuriöse Wellness-Resort eingewiesen. Lockhart spürt, dass das Sanatorium längst nicht das ist, was es nach außen hin scheint, und jede seiner unerwünschten Fragen bringt ihn mehr in Gefahr ...

Trailer:
Eindrücke & Gedanken: Was für ein morbider, abstoßender und zugleich faszinierender Film! Es liegt schon ein paar Wochen dazwischen, seit ich mir A Cure For Wellness angeschaut habe, aber wie die Nachfolgen eines Deliriums hänge ich in Gedanken immer noch an diesem sonderbaren Film, seiner eigenwilligen Logik und den bodenlosen Gefühlen der Spannung oder des Ekels ... Aale ... Schläuche ... Zähne ... Woah, also wenn ihr Shutter Island (mit Leonardo DiCaprio) schon für eine Tortur gehalten habt und vielleicht Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen schräg fandet, ist A Cure For Wellness die Hölle. Meine Diagnose lautet dennoch: schrecklich unterschätzter, bildgewaltiger Film!
Genial an A Cure For Wellness ist schon mal die schwere, düstere Atmosphäre, wo der Stress der modernen Zeit völlig abgewürgt wird von der Kulisse der opulenten Schweizer Alpen, die immer wieder das Setting überragen. Bei einer Spieldauer von mehr als 2 Stunden kann der Film für die einen oder anderen durchaus langatmig vorkommen, doch mich persönlich hat es an keiner Stelle gelangweilt. Man spürt ständig diese latente Bedrohung von allen Seiten und Dane DeHaan (einer meiner Lieblingsschauspieler, talentierter Mann!) bringt die Mischung aus Ignoranz und Verwirrung meisterhaft in seiner Rolle rüber. Auch die andere Figuren wie Dr. Volmer oder das mysteriöse Mädchen Hannah verleihen dem Film einen sonderbaren Stil, der sich wohl mit "elegant und gehoben, aber auch verflucht unheimlich und abartig" beschreiben lässt. ich kann es nicht richtig beschreiben, aber A Cure For Wellness ist exakt einer dieser Filme, die sich wochenlang in deinen Kopf einbrennen. Dieser irre Tanz auf dem Scheiterhaufen und ständig sonderbare Anspielungen darauf, was denn wirklich "gesund" und "krank" ist ...
Das Ende hat mich dann erneut überrascht, wo ich bereits dachte, dass es krasser nicht mehr gehen würde! Lockharts Entwicklung erinnert mich sofort wieder an ein Zitat aus Shutter Island: "Which would be worse: to live as a monster or to die as a good man?"

Sicher ist A Cure For Wellness kein Film für Leute mit schwachen Nerven, nichtsdestotrotz kommt es vor wie ein gegen jegliche Vernunft faszinierender Alptraum, der einen sofort gefangen nimmt und lange im Ungewissen treiben lässt. Die surreale Stimmung hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, und der Wandel von Mystery zu Horror ist bei dem Film sehr fließend (und, zugegeben, brutal und sehr verstörend). Der Plot spielt interessant mit verschiedenen Elementen, ohne sie je komplett zu erklären. Hm, ich glaube nicht, dass man überhaupt gescheite Worte für diesen Film finden kann, er ist so anders als sonstige Filme. Defintiv anschauen - aber am besten mit leerem Magen ...!

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